Alkoholgehalt von Rum

Hier kann über die Herstellung, Lagerung oder den geschichtlichen Hintergrund des Rums geredet werden.
Benutzeravatar
Flo
Fähnrich
Fähnrich
Beiträge: 569
Registriert: Mo 28. Nov 2016, 17:53
Wohnort: Der echte Norden
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 53 Mal
Kontaktdaten:

Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Flo » So 4. Dez 2016, 17:23

Im Caroni-Thread las ich gerade folgende Aussage, die mich etwas ratlos zurück gelassen hat und die ich deshalb separat diskutieren wollen würde (ist ja eine allgemeine Aussage und nicht auf Caroni beschränkt):

Rumsky hat geschrieben:Ich bleibe weiterhin meiner langjährigen Meinung treu, dass eine Spirituose, die keine Verdünnung auf unter 50 % verträgt, einfach ein Qualitätsproblem hat. Wenn im Cognac-Bereich Aromagranaten mit 40 % möglich sind, so muss das auch für die Rumindustrie möglich und anstrebbar sein.



Ich möchte dagegen halten und bemerken, dass imho fast jede hochwertige Spirituose von der Fassstärke profitiert. Als allererstes habe ich dabei natürlich an Hampden, Jamaica gedacht. Hampden schmeckt, herunterverdünnt, meiner Meinung nach luschig. Und es gibt nicht wenige, die das sehr ähnlich sehen. Diese Meinung habe ich alles andere als exklusiv.

Und so möchte ich an dieser Stelle sogar noch einen Schritt weitergehen und die obige Aussage ins Gegenteil verkehren: wenn eine Spirituose ein Qualitätsproblem hat, dann nutzt ihr auch eine Herunterverdünnung auf moderatere 46% vol. nichts! Ein wirklich hervorragender Rum in Fassstärke um 60-70% vol. hat weniger alkoholische Schärfe als man gemeinhin mit einer 40% vol. Spirituose assoziiert. Und Wasser macht einen Rum nun mal "dünner". Ich mag das nicht. Es gibt imho Rumsorten, denen macht das weniger aus und solche, bei denen nahezu der gesamte Reiz verloren geht. Aber hier ein Qualitätsproblem zu sehen erscheint mir alles andere als angemessen.

So, und nun: Feuer frei! :D ;)

Benutzeravatar
StrumMyDrumWithRum
Bootsmann
Bootsmann
Beiträge: 348
Registriert: Fr 18. Nov 2016, 20:54
Hat sich bedankt: 10 Mal
Danksagung erhalten: 11 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon StrumMyDrumWithRum » So 4. Dez 2016, 17:46

Ich verdünne generell nicht mehr, da ich bisher keinerlei positive Erfahrung gemacht habe.
Ich stimme zu, wenn mir ein Rum "zu scharf oder zu sprittig" in Fassstärke ist, dann ist er das auch herunterverdünnt, weil dann neben Alkohol die sowieso wenigen Aromen noch mehr verdünnt sind und nur noch Sprit zu schmecken ist. Ist ein Rum nicht sprittig in CS, dann ist er das beim verdünnen auch nicht, aber besitzt dann weniger Aromendichte.

Kurzum: Gerade für Anfänger sind 60-65% eventuell zu überfordernd, aber ein Verdünnen des Alkoholgehaltes verdünnt halt auch die Aromen.

Rumlounge
Bootsmann
Bootsmann
Beiträge: 408
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 06:46
Wohnort: Westerwald
Hat sich bedankt: 8 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Rumlounge » So 4. Dez 2016, 18:04

Sehe das ebenso, die Fassstärke gehört dazu, bei Hampden und Caroni schon fast ein Muss
Sollte es doch mal zu kräftig sein, kann es auch an der bekannten Tagesform liegen und es wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut probiert.
Bisher allerdings nur einmal, beim Caroni for The Nectar

Benutzeravatar
ica
Leutnant
Leutnant
Beiträge: 854
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 10:38
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 29 Mal
Kontaktdaten:

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon ica » Mo 5. Dez 2016, 08:20

Ich finde es ist beides einfach nur eine andere Sichtweise auf das gleiche Argument. Ein Rum der die Verdünnung nicht mag hatte auch vorher nicht übermäßig viele Aromen. Heißt er ist auch in CS wohl nicht der absolute Bringer. Ist ein Rum trotz Verdünnung noch Top kommen mit mehr Prozenten die Aromen auch noch stärker zur Geltung. Macht ja irgendwie Sinn.

Eine andere These die ich viel interessanter finde und die auch öfters Auftritt ist die VERÄNDERUNG. also nicht die Intensität, bei Wasserzugabe. Viele Whiskytrinker geben selbst in 40% ein par Tröpfchen Wasser da sie meinen dass sich einige Aromen so erst entfalten können. Dieses Argument kann ich absolut nicht nachvollziehen. Hat hier jemand technische Hintergründe?
Ebeneso habe ich im alten Forum auch schon mal gelesen dass einige Aromen durch Verwässerung komplett verschwinden. Einerseits finde ich dies logisch da die ohnehin schon schwachen Aromen einfach untergehen, andererseits macht es für mich keinen Sinn warum die Spirituose an sich sich verändern sollte. Theoretisch müssten sie ja dennoch schwächer im Hintergrund wahrnehmbar sein. Wenn man dies nun nur als Durschnittsmensch nicht mehr wahrnehmen kann verstehe ich das Argument natürlich. Dass sich die Aromen aber verändern bei höheren Prozenten und nicht nur welche hinzukommen verstehe ich nicht.
___________________________________________________________________________
Single Cask Rum

Barti Slartfass
Obermaat
Obermaat
Beiträge: 191
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 06:59
Wohnort: OWL
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Barti Slartfass » Mo 5. Dez 2016, 09:00

Naja die zugabe von ein paar Tropfen, meist nur 3 bis 5, Wasser mit der Pipette könenn bei Whiskeys komischerweise was bewirken. Mir fällt das gerade bei getorften aber auch anderen immer wieder auf, das sie deutlich in Geschmack und Geruch zulegen. Allerdings hab ich im Whiskey kaum Erfahrung und das mag auch auf Zufall sein, das ich da imemr die passenden Kandidaten vorgestzt bekommen habe.
Ich habe allerdings noch keinen Rum gefunden, bei dem das in der Art funktioniert hätte. Meistens passierte nichts oder sie verloren trotz der geringen Menge an Aroma. Raten würde ich, das es rein Subjektiv ist und man sich von außen beeinflussen lässt in seiner Warnehmung oder aber das die Aromen, die aus der Melasse mitgehen chemisch einfach deutlich unterschiedlich von denen des Malzes sind.

edit: man darf einfach nicht vergessen, das dest. oder demi. Wasser eines der starksten Lösungsmittel ist und auf Grund seines Dipolmoleküls einfach viele Stoffe binden kann.

Benutzeravatar
ica
Leutnant
Leutnant
Beiträge: 854
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 10:38
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 29 Mal
Kontaktdaten:

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon ica » Mo 5. Dez 2016, 10:18

Das erklärt trotzdem nicht warum Trinkstärke Destillate zusätzlich noch vom Wasser profitieren können da diese eh schon verdünnt sind. Ich sehe nicht wie da dann ein par Tropfen noch so einen Unterschied machen sollen. Demnach müsste die Industrie anstatt 40% Whisky dann 39,8% Whisky anbieten da dieser noch mehr Aromen hat. Das leuchtet mir nicht ein.
Was machen die Whiskytrinker denn dann mit dem 39,8%? Weiter verdünnen damit noch mehr Aromen zum Vorschein kommen? Ich denke es ist klar worauf ich hinaus will...
___________________________________________________________________________
Single Cask Rum

Barti Slartfass
Obermaat
Obermaat
Beiträge: 191
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 06:59
Wohnort: OWL
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Barti Slartfass » Mo 5. Dez 2016, 10:24

Ne also von trinkstarken Whiskeys habe ich das noch nicht gehört bzw ist es mir nicht innerhlab einer Probierstunde empfohlen worden. Das hatte ich wohl oben überlesen.

Rumlounge
Bootsmann
Bootsmann
Beiträge: 408
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 06:46
Wohnort: Westerwald
Hat sich bedankt: 8 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Rumlounge » Mo 5. Dez 2016, 10:43

Wer Trinkstärke verdünnt kann ja gleich nen Glas Wasser nehmen, na dann prost

Benutzeravatar
NONkONFORM
Matrose
Matrose
Beiträge: 87
Registriert: Di 29. Nov 2016, 18:20
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon NONkONFORM » Mo 5. Dez 2016, 18:33

Meine Erfahrung:
Es gibt CS Rum, den man leicht verdünnen kann und der dann auch noch gut schmeckt oder sogar noch weitere Aromen freigibt.
Es gibt auch CS Rum, der mit ein wenig Wasser sofort flach und widerlich verdünnt schmeckt.

Rum auf Trinkstärke wurde schon verdünnt...und zwar in der Regel durch einen Blend-Master, der weiß, was er tut.
Einen Trinkstärke Rum selber noch weiter verdünnen kann nur zu schlechten Ergebnissen führen, meiner Meinung nach.

Bei mir ist es aber so, dass ich Rum über ca. 56 % bis 58 % leider nicht ohne Wasser genießen mag.
Kann ich zwar trinken, aber ich habe stets das Gefühl, dass der hohe Alkoholgehalt meine Geschmackswahrnehmung betäubt, so dass ich dann weniger von den Aromen mitkriege, als mir lieb ist.
Vielleicht habe ich einfach noch nicht genug in meinem Leben gesoffen... :mute:

Falls also jemand Erfahrungen mit Rum über 58% gemacht hat, welcher durch auch kleinste Verdünnungen maßgeblich hinsichtlich der Aromen "die Grätsche macht", würde ich mich freuen, wenn ich vor diesen Abfüllungen gewarnt wäre, damit ich mir diese schonmal nicht zulege.
RUMtreiber und Fan von fassgelagertem Feuerwasser
Samples by NONkONFORM

Kein Alkohol ist auch keine Lösung !

Benutzeravatar
casaBARcardi
Rumverwalter
Rumverwalter
Beiträge: 1076
Registriert: Mi 10. Feb 2016, 06:24
Wohnort: Wilhelmshaven
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 109 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon casaBARcardi » Mo 5. Dez 2016, 18:45

Ich probiere grds. alles so wie es aus dem Fass bzw. aus der Flasche kommt...

Einen einzigen Rum habe ich mal verdünnt, ohne nennenswerte Veränderung.
Das war der Velier Caroni von "The Nectar" mit 70,1%... Hab da nicht mehr
geschmeckt als vorher, hatte nur weniger alkoholischen Bumms...

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Destillat durch das Verdünnen "besser" oder
"schlechter" wird. Wenn einer sagt, man schmecke nach dem Verdünnen Aromen,
die davor nicht da waren (bzw. nicht wahrnehmbar), würde ich das logisch nicht
nachvollziehen können. Denn wenn die schwächeren Aromen vor dem Verdünnen
von, ich nenns mal "dominanteren" Aromen überdeckt worden sind, dann werden
doch die schwachen Aromen durch das Verdünnen eher noch schwächer...

Aber das eigentlich wichtige ist ja, es muss dem schmecken der es trinkt. Und
wer es lieber verdünnen möchte der soll das tun. Ich trink dann lieber einen Dram
weniger aber den mit ordentlich Dampf dahinter :pirate_ugly:
"Ein Rum vor 10 macht einen nicht zum Alkoholiker, sondern zum PIRATEN!" :pirat_saber_parrot:

Sample-Liste: casaBARcardi Samples
Abgebrochene FT: Clement Rare Cask Collection

Benutzeravatar
ica
Leutnant
Leutnant
Beiträge: 854
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 10:38
Hat sich bedankt: 35 Mal
Danksagung erhalten: 29 Mal
Kontaktdaten:

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon ica » Mo 5. Dez 2016, 19:30

casaBARcardi hat geschrieben:Aber das eigentlich wichtige ist ja, es muss dem schmecken der es trinkt. Und
wer es lieber verdünnen möchte der soll das tun.


Das ist zumindest nicht so ganz mein Einwand; mir ging es um die theoretisch objektiv wahrnehmbaren Aromen. Ich fände es schon interessant zu wissen ob durch die Wasserbindung wie es Barti beschrieben hat Aromen hinzu kommen können. Habe persönlich noch noch keine dergleichen Erfahrungen gemacht aber wenn es wissenschaftlich möglich ist bin ich zumindest aufgeschlossen :)
___________________________________________________________________________
Single Cask Rum

Benutzeravatar
bossi
Fähnrich
Fähnrich
Beiträge: 683
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 09:27
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 15 Mal
Kontaktdaten:

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon bossi » Mo 5. Dez 2016, 21:15

Bin hier auch an wissenschaftlicher Untermauerung interessiert...

Ich kann bei ganz vielen rums, die ich verdünne Aromenbildung wahrnehmen. Bzw. meine these ist, dass es keine aromenbildung ist, sonder eher aromenverstärkung die ich wahrnehme. Aber nicht dadurch, dass sich ein aroma durch Wasser verstärkt, sonder dass "Platz gemacht" wird, durch das Wasser. Dominant Aromen "weichen auf" und machen weniger dominanten Aromen Platz, die dann besser wahrgenommen werden können...

Wissenschaft ist gefragt! Wer hat fundierte Ahnung von der Materie?

Benutzeravatar
NONkONFORM
Matrose
Matrose
Beiträge: 87
Registriert: Di 29. Nov 2016, 18:20
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon NONkONFORM » Mo 5. Dez 2016, 21:33

Im Prinzip soll es sich folgendermaßen verhalten:
DIverse Aromen sind stark an den Alkohol gebunden. Die Einbindung sorgt dafür, dass die Aromen weniger gut wahrnehmbar sind.
Wasser sorgt für eine Lösung dieser "starken Verbindungen" und "erlaubt" den Aromen, reaktionär mit der Umgebungsluft sowie dem Lösungsmittel Wasser in Verdindung zu treten. Da wiederum die Bindung an dem Wasser weniger stark ist, sind die Aromen inteniver wahrzunehmen.

Dieses ist die Theorie.

Abgrenzungen:
-->
Nicht jedes Aroma verhält sich gleich.
-->
Die intensivere Wahrnehmung sollte ggf. eher im Geruch wahrnehmbar sein, da die "Loslösung" der Aromen auch mittels Speichel erfolgt, was auch eine starke Reaktion (nur diesmal in der Mundhöhle) hervorruft.
-->
Die Konzentration an Aromen spielt auch eine Rolle.

Hierzu möchte ich angemerken, dass eine hohe Destillation über 80% nicht prinzipiell als "totdestillieren" angesehen werden kann, da die Aromen eines Destillats in der Regel an den Alkohol gebunden sind und an tatsächlicher Menge (Volumenprozent) weit unter einem Prozent liegen.
Folglich kann ein Destillat, welches mit einem weitaus geringeren Alkoholwert aus der Brennblase kommt, weniger Aromen binden.
(Alkohol bindet die Aromen wesentlich stärker, als dass es Wasser tut)
RUMtreiber und Fan von fassgelagertem Feuerwasser
Samples by NONkONFORM

Kein Alkohol ist auch keine Lösung !

Benutzeravatar
Rumsky
Obermaat
Obermaat
Beiträge: 179
Registriert: Fr 25. Nov 2016, 15:50
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 9 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Rumsky » Di 6. Dez 2016, 07:32

Würde gerne näher auf die Diskussion eingehen, geht aber grad nicht. Drum erstmal lediglich: Wasser ist polarer als Ethanol.
"Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiss alles besser."

Benutzeravatar
Rumsky
Obermaat
Obermaat
Beiträge: 179
Registriert: Fr 25. Nov 2016, 15:50
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 9 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Rumsky » Mo 9. Jan 2017, 04:33

Manno! Seit ich zurück bin hier, komme ich kaum nach mit Lesen... Wenn es soweit ist, werde ich mich hier gebührend einbringen.
"Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiss alles besser."

Benutzeravatar
Bill Bones
Decksjunge
Decksjunge
Beiträge: 9
Registriert: Di 20. Mär 2018, 08:05

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Bill Bones » Mi 21. Mär 2018, 09:04

Hai,
ich bin neu hier und grüße erst mal alle.
Seit erst 4 Monaten rumsts bei mir. Daher habe ich im Prinzip keine Ahnung, quatsche
aber trotzdem mal dazwischen, frech wie ich bin.
Beim Whisky haben schwedische Forscher herausgefunden, dass sich Guajacol bis zu einem Alkoholgehalt
von etwa 45 % eher an der Grenzschicht zwischen Flüssigkeit und Luft befindet und dort vermehrt
freigesetzt wird. Guajacol sei ein geschmacksvermittelnder Stoff. Deshalb sei es durchaus angesagt, ein paar
Tropfen Wasser in den (Whisky) zu tröpfeln. Aber vorsichtig, sonst droht der Ruin.
Na ja, wie beim Heimwerkeln, nach fest kommt ab.
Aber so ganz habe ich das noch nicht verstanden. Vielleicht kann ein Profi das besser erklären.

Benutzeravatar
casaBARcardi
Rumverwalter
Rumverwalter
Beiträge: 1076
Registriert: Mi 10. Feb 2016, 06:24
Wohnort: Wilhelmshaven
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 109 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon casaBARcardi » Mi 21. Mär 2018, 23:19

Forscher haben übrigens auch herrausgefunden, dass 100% der Menschen alles das glauben,
von dem Forscher behaupten es herrausgefunden zu haben...

:lol: :P ;)

Spaß beiseite... ich habe das mit dem Verdünnen ausprobiert und wie z.B. SMDWR habe ich keine
"Verbesserungen" festgesetllt. Jedenfalls nicht beim Rum... Als ich später für nebenbei für mich
auch etwas den Whisky entdeckt habe, ja da habe ich das mit dem Verdünnen wieder hier und
dort probiert... diesmal gab es die ein oder andere "Verbesserung". Grad bei jüngeren Whiskys
in Fassstärke kam etwas mehr Aroma bei etwas weniger Biss zum Vorschein... Kann ich nicht
erklären, war einfach so. Aber wie gesagt - nur beim Whisky - nicht beim Rum...
"Ein Rum vor 10 macht einen nicht zum Alkoholiker, sondern zum PIRATEN!" :pirat_saber_parrot:

Sample-Liste: casaBARcardi Samples
Abgebrochene FT: Clement Rare Cask Collection

scare-crow
Decksjunge
Decksjunge
Beiträge: 19
Registriert: Di 30. Jan 2018, 12:28
Wohnort: Haiger / Hessen
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon scare-crow » Do 22. Mär 2018, 14:50

Kleiner Kommentar: Auf der Rum Messe in Köln wurde mir vom Hersteller ein großer Schluck Wasser in den Messe Rum Valkyrje Port Cologne 56,2 %, nach der ersten Kostprobe, getan und ich muss sagen, das hat den Rum (für mich) wohlschmeckender aufgewertet. Die Aromen kamen für mich viel stärker zum Vorschein.

Benutzeravatar
Bill Bones
Decksjunge
Decksjunge
Beiträge: 9
Registriert: Di 20. Mär 2018, 08:05

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon Bill Bones » Do 22. Mär 2018, 15:36

Ich muss mich schämen,
bei 56,2 % würde ich gar nichts mehr schmecken. Ich bin noch nicht soweit.
Selbst bei 43 % - z.B. El Dorado 21 - tue ich 2 Eiswürfel rein, weil ich ihn
sonst zu "scharf" finde (peinlich, peinlich).
Aber bei einem Probefläschchen Botucal Ambassador (47 %) fand ich alles ok.
Komisch, komisch. Obwohl ich mir den nicht kaufen würde, weil 100 Euro
meine Schallgrenze sind. Ich finde, ab 100 Euro muss eine gute Erklärung
her, weshalb der Stoff so teuer ist. Sammlerwert vielleicht.
Neulich habe ich mir einen Appleton Estate 12 gekauft, weil
ich so langsam nicht mehr nur Süssrum trinken will. Aber der war mir dann auch zu scharf.
Mit 3ml Wasser war er dann unter 40 % und erst dann gefiel er mir so halbwegs.
Bin wohl noch ein ziemlicher schlapper Geist.
Eine kleine Flasche Warehouse Nicaragua 2000 habe ich auch noch. 46 %.
Die kann ich sogar ohne zu verdünnen trinken und schmecke noch was.
Es scheint wohl höchst unterschiedlich zu sein mit der Trinkstärke. Kommt es auf
die Qualität an? Oder auf die Tagesform? Ich kann mir gar nicht vorstellen,
dass ich bei over proof noch irgendetwas schmecken würde.

splashi007
Bootsmann
Bootsmann
Beiträge: 434
Registriert: Do 22. Dez 2016, 15:13
Wohnort: Baden-Württemberg
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal

Re: Alkoholgehalt von Rum

Beitragvon splashi007 » Do 22. Mär 2018, 15:46

Wäre möglich dass du die Schärfe bzw. alkoholisches Brennen meinst. Bei Blindtastings kann man sich am Anfang bei den %en stark verschätzen. Es gibt deutlich höherprozentige bei denen man immernoch alles rausschmeckt. Extrembeispiel: Habitation Velier Forsyths WP 151 mit 75,5%. Klar ist der schon übel aber der brennt meiner Meinung nach nicht.


Zurück zu „Hintergünde & Herstellung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast