Little black book vom Rum von Arno Gänsmantel (Deutsch)

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Rum_Aficionado
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Little black book vom Rum von Arno Gänsmantel (Deutsch)

Beitragvon Rum_Aficionado » Fr 31. Mär 2017, 18:49

Auf rund 170 Seiten wird im Little black book vom Rum ein kurzer Überblick über die Thematik Rum gegeben.

Das Buch beginnt mit einem allgemeinen Überblick und einer etwas ausführlicheren Ausführung über die offizielle EU-Definition von Rum inkl. einem Hinweis, dass Rum gesüßt werden darf. Diesen Teil wird man hoffentlich nächstes Jahr (?) umschreiben müssen.

Auch werden u.a. Rum Typen im deutschsprachigen Raum sowie Altersstufen beim Rhum Agricole AOC erwähnt. Im zweiten Kapitel wird die Herstellung von Rum (Vergärung – Destillation – Reifung – Blendung – Zuckerung (!) – Abfüllung) beschrieben. Bei dem Thema Zuckerrung wird nochmals auf die EU Verordnung verwiesen(die dies nicht explizit verbietet). Zudem wird auf die fehlende Etikettierungspflicht hingewiesen sowie auf die Tatsache, dass viele Markenrums aus Melasse gesüßt sind.

Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit der Verköstigung von Rum und der Lagerung von verschlossenen und angebrochenen Flaschen. Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Rum Destillerien, auf immerhin 50 Seiten. Grundsätzlich eigentlich ganz gut gemacht inkl. einem Hinweis zu den jweeils eingesetzten Brennverfahrens (Collum/Pot) und Links zu den einzelnen Destillerien. Ein paar Kleinigkeiten fallen allerdings negativ auf, so wird z.B. unter „Barbados“ Foursquare nicht aufgeführt, dafür aber Cockspur, die bekanntlich ja keine eigene Destillerie haben. Auch wird Don Papa unter „Indonesien“ geführt, wobei es fraglich ist, ob man diesen überhaupt als Rum bezeichnen kann, aber sei´s drum.
Interessante Info: Barbancour setzt Eichenfässer aus der Region Limousin ein. Das Holz der dort wachsende Eiche (Quercus robur) ist anscheinend großporiger als die amerikanische Weißeiche und erlaubt somit eine feinere Oxidation bei der Reifung. Übrigens werden auch zwei Rums aus Deutschland (Alt Enderle und Simons) erwähnt. Es folgt ein Kapitel über Rum-Abfüller. Interessanterweise wird hier, neben Duncan Taylor, Bristol usw. die Hinricus Noyte´s Spiritusen GmbH erwähnt, Velier und TRC fehlen jedoch.

Hat eigentlich schon jemand den jamaikanischen Papagoyen Rum von Hinricus Noyte versucht? Zumindest besitze er das fast schon obligatorische Papageienlabel. :lol:

Das kleinformatige Buch erinnert übrigens stark an ein Kalender von Molescine. Dekoriert ist es übrigens leider mit etwas billig wirkender Clipart, trotzdem denke ich kann man es Rum-Beginnern tatsächlich empfehlen. Vor allem die, wenn auch nicht ganz korrekte/vollständige, Übersicht über die Destillerien hat mir ganz gute Gefallen.
Rum - Rhum - Ron Aficionado

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